Hereinspaziert…

Unser Umzug aufs Dorf liegt nun schon zwei Jahre zurück. An manchen Tagen kommt es mir vor, als ob wir schon immer hier leben würden. Die Aussicht auf die alte Dorfkirche ist mir so vertraut und macht mich jeden Morgen aufs Neue glücklich. Einen meiner liebsten Orte in unserem Haus ist jedoch ein anderer und den möchte ich euch heute zeigen – mein Nähzimmer.

Als wir das Haus besichtigten war mir beim betreten des Raumes gleich klar, dass dies mein Nähzimmer werden würde. Im Keller gelegen, hat der Raum dennoch Tageslicht und ist daher gemütlicher als man es bei einem Zimmer im Keller vermuten würde. Auf die Holzvertäfelung hätte ich ehrlich gesagt verzichten können, aber aus Zeitgründen konnten wir vor unserem Einzug nur den alten Teppichboden rausreißen und einen neuen Boden verlegen.

Wir zogen ein und ich richtete nach und nach das Zimmer ein. Der Raum beherbergte zuvor etliche Fitnessgeräte und wurde anscheinend auch zum Squash spielen genutzt. Die Einschlaglöcher samt Gummiabrieb waren genau an der Wand zu sehen, wo ich meine Nähmaschinen platziert hatte. Letztes Frühjahr hatte ich es dann satt immer diese schwarzen Krater zu sehen und beschloss kurzerhand die betroffene Wand zu schleifen und zu streichen.

Zwischenstand Februar 2019

Das Schleifen und Streichen war recht schnell erledigt und brachte auch eine große Verbesserung. Bis das Nähzimmer aber komplett eingerichtet war, sollten noch einige Monate vergehen. Seit einiger Zeit ist nun alles fertig und ich habe letzte Woche die Gelegenheit genutzt alles zu fotografieren. Herzlich willkommen in meinem Nähzimmer!

Die Wand habe ich in einem sehr hellen grau gestrichen und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, da der Raum dadurch heller wirkt. Meine Pfaff Ambition 1.0 sowie meine Babylock Imagine haben jeweils an einem separaten Tisch Platz gefunden. Ich muss also nichts umräumen und kann beide Maschinen parallel nutzen. Der weiße Rollcontainer vergrößert die Arbeitsfläche und beherbergt Kurzwaren und Werkzeuge.

Mein Nähgarn bewahre ich nach Farben sortiert in einem Schubladenmagazin (aus dem Baumarkt) auf. Ich freue mich immer wieder, dass ich vor einigen Jahren mal eine riesige Kiste mit alten Garnrolle von meiner Mutter bekommen habe und dadurch immer eine große Farbauswahl zur Hand habe.

Seit ein paar Jahren habe ich einen Schneidplotter samt Bügelpresse, die ebenfalls im Nähzimmer untergebracht sind. Im Schränkchen, auf dem die Bügelpresse steht, bewahre ich sämtliches Zubehör für den Plotter auf und auch die Plotterfolien finden hier ihren Platz. In zwei Schubladen lagere ich verschieden Sorten von aufbügelbaren Einlagen und Volumenvliese.

Das graue Möbelstück ist Teil eines Küchenbuffets aus den 50er Jahren und wurde von mir geschliffen, gestrichen und wieder Instand gesetzt. Ich nutze es um z.B. bereits zugeschnittene Projekte und Kurzwaren aufzubewahren.

Für meine Kinder ist mein Nähzimmer übrigens unser Kreativzimmer. Hier haben sie Stifte, Farbkästen, Bastelmaterial und einen eigenen Tisch auf dem sie sich kreativ austoben dürfen. Seither bin ich viel häufiger hier zu finden, weil die beiden Lust zum malen oder basteln haben und mitkommen.

Meine Scheren und Lineale haben ebenfalls ein eigenes Plätzchen bekommen. Ich habe aus dem Küchenbereich eine Aufbewahrungsstange besorgt und hab jetzt alle Scheren ordentlich aufgehängt. Seither muss ich meine Scheren auch nicht mehr suchen. Als absoluter Listenfan habe ich natürlich auch eine Nähliste, die ich auf meinem Whitebord notiere.

Ein ganz besonderes Möbelstück ist mein Zuschneidetisch. Ich habe ihn vor ein paar Jahren von meinem Mann geschenkt bekommen, der ihn nach meinen Wünschen geplant und gebaut hat. Er ist in der Höhe perfekt auf meine Körpergröße angepasst und ermöglicht mir bequem im Stehen zu arbeiten. Auf einer Fläche von 140 cm x 90 cm habe ich genügend Platz um meine Projekte zuzuschneiden. Der Tisch steht auf Rollen und kann bei Bedarf ganz leicht verschoben werden.

Auf zwei Ebenen habe ich zusätzliche Staufläche, die ich in erster Linie zur Lagerung meiner Schnittmuster nutze. Meine Papierschnittmuster von den Big 4 sowie von Indie Pattern Designer sind in kleinen Kisten untergebracht. Mittlerweile kaufe ich jedoch nur noch digitale Schnittmuster und lasse diese plotten. Diese Ausdrucke bzw. die Schnittteile bewahre ich in zwei Kisten mit Hängeregister auf.

Last but not least mein Stoffregal samt Bügelecke. Neben meinen Stoffen habe ich hier u.a. auch meine Nähbücher sowie Nähzeitschriften untergebracht. Die Stoffe sind pro Regalfach nach Stoffqualität sortiert. Webware bewahre ich gefaltet auf, Jersey und Sweats gerollt.

Ich hoffe der kleine Einblick in mein Nähreich hat euch gefallen. Bis bald!

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  1. Formspielerins Werke

    20/04/2020 at 11:56

    Da lässt sich prima arbeiten! Herzlichen Glückwunsch zum neuen Reich! (Kann bitte bei mir auch jemand so schön aufräumen?)
    Regina

    1. steffi

      20/04/2020 at 23:05

      Vielen Dank! Der aufgeräumte Zustand wird sich wohl auch ganz schnell wieder auflösen 😉

  2. Beccy

    20/04/2020 at 13:12

    Das Zimmer kann sich wirklich sehen lassen. Unglaublich die Verwandlung! Ein eigenes Nähzimmer ist auch noch ein Traum von mir 🙂
    Momentan bin ich auch dabei meine Nähecke möglichst effizient einzurichten 😀
    Lg,
    Beccy

    1. steffi

      20/04/2020 at 23:09

      Vielen Dank! Es geht nichts über eine effiziente Arbeitsumgebung!

  3. Carmen

    20/04/2020 at 14:27

    Wunderbar geworden..da kann man Dich nur beglückwünschen…..
    LG und gutes Nähen
    Carmen
    Schurrmurr-Berlin.de

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